Wissenwertes - Die Stockacher Fasnet
Hans Kuony, der schlaue Hofnarr, war der Urvater des Stockacher Narrengerichts. In der Stockacher Fasnet stellt Roland Drews als Einzelfigur den Erznarr dar.

Hans Kuony, der schlaue Hofnarr, war der Urvater des Stockacher Narrengerichts. In der Stockacher Fasnet stellt Roland Drews als Einzelfigur den Erznarr dar. swb-Bild: sw

WIE IM ROMAN: DIE GEBURT DER STOCKACHER FASNET

Am 6. Januar wird es spannend. Dann wird ein wohlgehütetes Stockacher Geheimnis gelüftet. Denn dann gibt das Narrengericht um Narrenrichter Jürgen Koterzyna bekannt, welcher Politiker am »Schmotzigen Dunschdig« vor seine Schranken treten muss. Alljährlich am Donnerstag vor Rosenmontag müssen sich hochkarätige Politprofis in der Jahnhalle drei Klagepunkten von Kläger Thomas Warndorf stellen und sich mit Hilfe von Fürsprech Michael Nadig möglichst klug verteidigen. Das Urteil wird von den Mannen des Narrengerichts festgelegt und in Eimern Wein österreichischen Maßes à 60 Litern ausgesprochen. 1991 fiel die Fasnet wegen des Golfkriegs aus, doch sonst wurden alljährlich Politiker geladen.

Warum eigentlich? Die Abhaltung des Narrengerichts beruht auf einem überlieferten Brauchtum, das historisch umstritten, aber als Geschichte mit romanähnlichen Zügen nicht zu toppen ist. Hans Kuony von Stockach, Hofnarr von Herzog Leopold, gab seinem Arbeitgeber im Vorfeld der Schlacht am Morgarten im November 1315 den klugen Rat: »Ihr ratet wohl, wie ihr wollet in das Land Schweiz hineinkommen. Euer keiner aber hat geraten, wie ihr wollet wieder herauskommen.« Will heißen, dass man die Folgen eines Unterfangens immer im Voraus bedenken solle. Kluger Mann, der Hans Kuony. Die Schlacht ging verloren, der clevere Hofnarr hatte einen Wunsch frei. Er wünschte sich die Abhaltung eines Narrengerichts in seiner Heimatstadt Stockach. 1351 wurde diese Bitte von Herzog Albrecht I., dem Bruder und Nachfolger Leopolds, gewährt. So darf Stockach einmal jährlich ein Narrengericht abhalten. 


Die Stockacher Fasnet mit Narrenrichter Jürgen Koterzyna an der Spitze kümmert sich auch um den Nachwuchs, den Narrensamen.

Die Stockacher Fasnet mit Narrenrichter Jürgen Koterzyna an der Spitze kümmert sich auch um den Nachwuchs, den Narrensamen. swb-Bild: sw

WIE IM ROMAN: DIE GEBURT DER STOCKACHER FASNET

Am 6. Januar wird es spannend. Dann wird ein wohlgehütetes Stockacher Geheimnis gelüftet. Denn dann gibt das Narrengericht um Narrenrichter Jürgen Koterzyna bekannt, welcher Politiker am »Schmotzigen Dunschdig« vor seine Schranken treten muss. Alljährlich am Donnerstag vor Rosenmontag müssen sich hochkarätige Politprofis in der Jahnhalle drei Klagepunkten von Kläger Thomas Warndorf stellen und sich mit Hilfe von Fürsprech Michael Nadig möglichst klug verteidigen. Das Urteil wird von den Mannen des Narrengerichts festgelegt und in Eimern Wein österreichischen Maßes à 60 Litern ausgesprochen. 1991 fiel die Fasnet wegen des Golfkriegs aus, doch sonst wurden alljährlich Politiker geladen.

Warum eigentlich? Die Abhaltung des Narrengerichts beruht auf einem überlieferten Brauchtum, das historisch umstritten, aber als Geschichte mit romanähnlichen Zügen nicht zu toppen ist. Hans Kuony von Stockach, Hofnarr von Herzog Leopold, gab seinem Arbeitgeber im Vorfeld der Schlacht am Morgarten im November 1315 den klugen Rat: »Ihr ratet wohl, wie ihr wollet in das Land Schweiz hineinkommen. Euer keiner aber hat geraten, wie ihr wollet wieder herauskommen.« Will heißen, dass man die Folgen eines Unterfangens immer im Voraus bedenken solle. Kluger Mann, der Hans Kuony. Die Schlacht ging verloren, der clevere Hofnarr hatte einen Wunsch frei. Er wünschte sich die Abhaltung eines Narrengerichts in seiner Heimatstadt Stockach. 1351 wurde diese Bitte von Herzog Albrecht I., dem Bruder und Nachfolger Leopolds, gewährt. So darf Stockach einmal jährlich ein Narrengericht abhalten.


Auch Klaus Jensen, der Ehemann von Malu Dreyer als Beklagte 2017, wurde zum Laufnarren geschlagen.

Auch Klaus Jensen, der Ehemann von Malu Dreyer als Beklagte 2017, wurde zum Laufnarren geschlagen. swb-Bild: sw

EIN SCHLAG DER EHRE

Das Geheimnis der Laufnarren

In Stockach ist vieles anders. Auch und gerade in der Fasnet. Eine Besonderheit örtlichen, närrischen Brauchtums ist der Laufnarrenschlag, für den jeder männliche Narr, der mindestens 18 Jahre alt ist, in Frage kommt. Der Auserwählte muss dabei einen Narrenschwur mit fest gelegtem Text leisten, sich dreimal vor dem Bildnis des Erznarren Hans Kuony verneigen und erhält dann einen mehr oder weniger leichten Schlag mit der Pritsche. Anschließend kann er sich ins Narrenbuch eintragen. »Der geringe Obolus, den er dabei entrichtet, entspricht dem Einkaufen früherer Zeiten«, so das Narrengericht auf seiner Internetseite unter www.narrengericht.de, das damit auf den Hauptbrief von 1351 anspielt. Nach diesem Dokument muss sich jeder, der sich zwischen Maria Lichtmess und dem Sonntag Lätare in Stockach aufhält, beim Narrengericht einkaufen: »Dies hatte zu geschehen in Form der Zahlung eines halben Eimers Weins österreichischen Maßes (ein Eimer = 60 Liter) oder dem entsprechenden Geldbetrag.«

Das sind die historischen Wurzeln des Laufnarrenschlags und des dafür zuzahlenden Obolus. Als Gegenleistung bekommt der Geschlagene ein Laufnarrenabzeichen, eine Urkunde und eine zweizipfelige Narrenkappe in den Stockacher Narrenfarben. Seit 1754 wurden laut Narrengericht über 13.000 Männer zu Stockacher Laufnarren geschlagen.

Mehr dazu unter www.narrengericht.de


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